Brauchen wir neue Regularien für Lizenzläufe?

Mrz 15th, 2017 | By GK | Category: Informationen

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Vor Jahren hatten wir die Reglung von 2 Lizenzläufen pro Tag und 6 insgesamt. Auch musste man über die lange Distanz (480 m für die großen Rassen) gehen. Dass wir daran etwas ändern mussten, war klar und mehr als überfällig.

Warum: Zum einen haben wir nicht genügend Begleithunde die für so viele Läufe bereitstehen und zum anderen, damit wir die Junghunde nicht überfordern. Daraus ergibt sich viel zu oft, dass wir die „Alten“ reaktivieren müssen um die fehlenden Hunde zu ersetzen oder um überhaupt genügend Hunde für Lizenzläufe zu haben. Darum die Überlegung, dass 2 Sololäufe und 2 begleitete Läufe auch über die 280 m-Distanz zum Erreichen der Lizenz genügen sollten.

Leider wurde von der damaligen Sportkommission nicht verstanden, warum wir und was wir mit dieser Überlegung überhaupt anstrebten. O.k., vielleicht waren wir einfach froh, dass die Veränderung überhaupt erhört und dann letztendlich übernommen wurde. Aber die Übernahme des Vorschlages wurde mal wieder im stillen Kämmerlein gemacht, ohne mit denjenigen zu diskutieren, die mit der Idee und ihren Besonderheiten an die Öffentlichkeit gingen.

Dann mal im Einzelnen zu den damaligen Überlegungen: Nur noch einen Lizenzlauf am Tag um die Jungen und im Falle, dass eben ältere Hunde mitlaufen, diese nicht überfordert werden. Auch die Veränderung der Strecke von 480 m auf 280 m sollte dahingehend einwirken, dass wir den Hunden nicht zu viel zumuten. Aber man sieht leider, dass es noch genügend Besitzer und Vereine gibt, die 2 Sololäufe an einem Tag absolvieren lassen. Das gleiche gilt für die beiden Gruppenläufe. Nein, so war das nicht gedacht!

Weshalb 2 Sololäufe: Nun da war ja auch die Überlegung, da wir nicht mehr so viele begleitete Läufe haben, dass der Hund erst einmal zeigen muss, ob er dem Hasen folgt, um zu verhindern, dass er in der Gruppe nur Mitläufer ist und nicht alleine und eigenständig dem Hetzobjekt folgt. Das bedeutet aber, dass Lizenz-Sololäufe nur dann bestanden sind, wenn der Hund am Ziel oder in der Abwurfzone an den Hasen geht und den „Kill“ zeigt. Macht er das nicht, hat er diesen Lizenzlauf nicht bestanden.

Das wird leider so nicht gehandhabt. Damit wollten wir doch erreichen, dass nicht hasenscharfe Hunde erst gar nicht zu den Gruppenläufen zugelassen werden. Denn der Hund soll ja wegen seiner Hasenschärfe laufen und nicht wie oben schon erwähnt, mit anderen nur mitlaufen. Denn wenn ein Hund sich beim Rennen um andere kümmert, ist es doch meistens deswegen, weil er eben keine oder nur wenig Hasenschärfe zeigt.

Dann muss man eben üben, üben, üben, um den Hund hasenscharf zu machen. Nach 2 bestandenen Sololäufen sollte erst einmal für die Gruppenläufe trainiert werden. Aber es ist ja fast überall so, dass die Hunde danach sofort in ihre Gruppen-Lizenzläufe gesteckt werden, um so schnell wie möglich die Lizenz zu erhalten. Nein auch da war eigentlich gewollt, dass die Hunde zusammenlaufen lernen. Und zwar auch mit den anderen Jungen, die ihre Sololäufe aufgrund ihrer Hasenschärfe bestanden haben. Das heißt, man könnte dann zwei oder drei Junghunde und einen lizenzierten Hund zusammenlaufen lassen, um eben Gruppenläufe zu trainieren. Denn erst wenn sie das können, sollte man die Lizenzläufe mit 3 oder mehr Hunden bestreiten. Beispiel: 3 junge und ein erfahrener Hund. Damit bräuchten wir nicht so viele ältere Hunde, denn die Hunde die in der Saison ihre Rennen bestreiten, haben wir in der Regel zur Lizenz nur bedingt und die jungen Hunde lernen ja schon in der Gruppe zu laufen. Weil sie, egal mit wie viel erfahrenen Mitläufern sie bisher ihre Lizenz erlaufen haben, spätestens zum Rennen auch mit mehr als einem jung-lizenzierten Hund laufen müssen. Also können wir das auch zuvor schon trainieren. Aber da will niemand das „Risiko des Raufens“ eingehen und lieber nur mit 2 erfahrenen Hunden laufen lassen. Nun spätestens ab da beisst sich die Katze in den Schwanz. Denn wo wollen wir die vielen sauber und sicher laufenden Begleithunde hernehmen, um mehr Lizenz-Gruppenläufe zu machen. Aber wenn wir im Vorfeld die Hunde aussortieren, die eben nicht ihren Sololauf bestanden haben und wir nur mit Hunden zusammenlaufen, die bewiesen haben, dass sie hasenscharf sind, ist das Risiko des Raufens von einem der Jungen eben viel geringer. An dieser Stelle gehe ich auf die immer lauter werdenden Aufrufe ein, dass unsere Hunde mit zu wenig Erfahrung zu den Rennen kommen und man deswegen den Modus der Lizenz wieder verändern sollte. Nicht die 2 Sololäufe und 2 die Begleitläufe sind der Knackpunkt, dass unsere Junghunde mit zu wenig Erfahrung zum Rennen kommen, sondern die Handhabung ist es. Bei den Trainingsläufen trainieren ca. 90% die Hunde alleine. Einen Sololauf! Man möchte verhindern in der Gruppe zu laufen wegen der eventuellen Verletzungsgefahr und dass der Junghund nicht angerauft wird. Das hat aber im Umkehrschluss zur Folge, dass sie keine Gruppenläufe kennen und zum anderen, und dieser Punkt wird leider sehr unterschätzt, die Hunde, die alleine laufen, nur eines kennen und lernen, das alleine laufen! Und dieses Phänomen des alleine laufens sieht man immer und immer wieder. Und da wundern wir uns, dass die Hunde nicht in der Gruppe laufen können.

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Wir bräuchten für alle Hunde eine Trainingskarte, auf der alle Trainings- und Lizenzläufe und wenn die Lizenz errungen ist, auch alle Renneinsätze eingetragen werden. Damit könnte man verhindern, dass junge Hunde zu früh auf die Bahn kommen. Man würde sehen, ob und wie viele Gruppen-Trainingsläufe der Hund hat, um dann seine Lizenz-Gruppenläufe absolvieren zu können.

Ferner hätte man einen Überblick, wie viele Einsätze der einzelne Hund hat. Sei es beim Training oder bei Rennen. Auch könnte man sehen, ob einige Hunde am Samstag auf Bahn X waren und am Tag danach auf Bahn Y erneut eingesetzt werden sollen. Damit könnten wir den einen oder anderen Hund vor seinen zu ehrgeizigen Besitzern schützen.

Nicht der Modus ist das Problem, sondern die Handhabung. Egal wie wir es gestalten, wenn wir uns nicht an die Vorgaben halten - und diese gilt es genau zu definieren - nützen die besten Überlegungen nichts.

Aber egal ob mit oder ohne Trainingskarte oder mit neuem oder überarbeitetem Lizenzierungsmodus, wir sollten es auf allen Bahnen identisch handhaben. Dann bräuchten wir endlich, wie schon lange gefordert, eine nennen wir es „Schulung der Vorgehensweise“. Eine gemeinsame Regel die ja schon mit dem von mir erstellten „Kleinen 1×1“ vorliegt, das man an die Neuerungen anpassen muss und das dann auch für alle Gültigkeit haben sollte.

Entschuldigung, dass ich mal wieder die gleiche Leier drehe … Peter Hartard

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