Miteinander zum Erfolg . . . ist nicht nur ein Schlagwort!

Apr 21st, 2010 | By | Category: Informationen

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Zuerst war es ein Austausch von Erkenntnissen und Gedanken über das Bearbeiten von Sandgeläufen. Dass sich im Laufe der Jahre eine gemeinsame Rennserie entwickelte, ist nur auf das gegenseitige Respektieren und den Wunsch, alles Erdenkliche für unsere Hunde zu tun, zurückzuführen. Vor Jahren haben sich einige Rennvereine in den Wintermonaten getroffen um ihre Fragen, Nöte, ihre Überlegungen miteinander zu besprechen. Schnell war man sich einig, dass zum damaligen Zeitpunkt unsere Bahnen zu hart zu werden drohten, und wir uns neue, andere Arten der Bearbeitung der Bahnen überlegen mussten. Es wurden gemeinsame Vorgehensweisen besprochen: Was die Bearbeitung des Sandes anbelangt, das gezielte Auffräßen der Bahn, das Glätten des Geläufs, das notwendige Verdichten. Das unverzichtbare Bewässern der Bahn nahm einen großen Raum ein. Das Grundsätzliche eines gleichmäßigen Geläufs war Ausgangspunkt aller Überlegungen. Von allen, die sich über die Tiefe eines Sandgeläufs schon Gedanken gemacht hatten, wurden ca. 10 cm als ideal angesehen. Somit hatten wir das Fundament gelegt, auf dem es aufzubauen galt. Als nächster Schritt war klar, dass dann mit einer beschwerten Baustahlmatte die Bahn ins Lot gebracht werden muss, um „Berge und Täler“ die im Laufe des Jahres entstehen, auszugleichen um eine ebene Fläche zu bekommen. Dass nun dieser lose Sand wieder eine gewisse Festigkeit benötigte, war auch klar. Nur gezieltes, bedachtes Verdichten, bringt nach dem Aufreißen die wiederum benötigte Festigkeit, die ein Sandgemisch braucht. All diese Voraussetzungen sind der Grundstock, um mit dem wohl wichtigsten, was eine Sandbahn benötigt, überhaupt erst beginnen zu können. Das Aufbringen von Wasser!

Auch hier haben wir dazugelernt und nach den Anfängen und ersten, positiven Ergebnissen waren sich alle einig, wenn bewässert wird, kann dies am effektivsten mit einem Wasserwagen erfolgen. Alle vorherigen Bemühungen, sei es mit einer Beregnungsanlage, mit dem Wasserschlauch oder mit einem am Boden verlegten Schlauch, der mit Löchern versehen ist, hatte bis dahin nicht den gewünschten und nötigen Effekt erbracht. Nur mit einem Wasserwagen ist zu bewerkstelligen, dass ein gleichmäßiges Aufbringen der nötigen Wassermengen erfolgt, die nun mal eine Bahn in den Sommermonaten braucht.

Auch auf dem Greyhoundmeeting 2009 wurde ein Vortrag gehalten über die Bearbeitung und die Beschaffenheit des Geläufs bei den Profis. Vieles, was dort gesagt wurde, ist zweifellos auf unseren Bahnen anwendbar und wird auch bei den meisten Vereinen berücksichtigt. Eines muss jedem klar sein: Nicht alles, was auf den Bahnen auf der Insel bei der Bearbeitung des Geläufs während eines Rennens getan wird bzw. möglich ist, kann bei uns so angewandt werden. Besonders zu bedenken ist bei Vergleichen, dass bei einer Rennveranstaltung in England/Irland etc. nur wenige Läufe am Abend gezogen werden. Die Anzahl der Läufe im Amateursport ist durch die Teilnahme aller Windhundrassen um ein vielfaches höher. Eine Aufbereitung der Bahn nach jedem Lauf ist bei uns, schon aus Zeitgründen, nicht möglich, auch nicht erforderlich. Unsere Vereine haben zwischenzeitlich ein erhebliches Maß an Erfahrung gesammelt was die Bearbeitung des Geläufs angeht. Sowohl was die Tiefe des Geläufs, wie auch die Art und Intensität der Bewässerung angeht.

Die von mir oben beschriebene Vorgehensweise und die Wassersättigung sind der Schlüssel um eine Dämpfschicht von 3-4 cm zu erreichen. Die Feuchtigkeit muss so sein, dass die Hunde nicht zu hart auftreten. Gleichzeitig muss die Schicht unter diesen 3-4 cm so fest sein, dass die Hunde nicht zu tief ins Geläuf einsinken. Ein zu tiefes Einsinken birgt immer die Gefahr der gefürchteten Karpal-Gelenkverletzungen. Im Laufe der Jahre haben sich die Vereine in regelmäßigen Abständen getroffen, um die Erkenntnisse zu besprechen. Besonders erfreulich war, auch andere Vereine mit Sandbahnen, wie Eilenburg, und Grasbahnen, wie Oberhausen haben an diesen Gesprächen schon teilgenommen. Dabei wurden Gedanken ausgetauscht über die Auslaufzonen für unsere Hunde auf die Gegengerade. Dies führte zur heute praktizierten Regelung. Die Gleichbehandlung aller Hunde ist das Ziel das wir verfolgen und so wurde festgelegt: Für alle Rassen muss der Zeitintervall für das Abziehen gleich gehalten werden.
Geänderte Vorlaufeinteilungen, damit alle Rassen, wenn möglich, dieselben Ruhezeiten haben, waren Thema dieser Besprechungen und fanden im Laufe der Zeit Eingang in die Programm-Gestaltung. Nach den Erkenntnissen aus dem Vortrag des Bahntierarztes von Münster, Herrn Michael, über den Zeitpunkt der Siegerehrung, erfolgten auch hier Änderungen. So werden heute die Siegerehrungen bei vielen Vereinen nicht mehr unmittelbar nach dem Lauf gemacht. Dort erfolgt die Siegerehrung immer um einen Lauf versetzt oder nach Beendigung des letzten Laufs, bei Vereinen, wo die Bauart der Endlosanlage dies notwendig macht. Die Rennfortschreibung nach Zeitsystem für alle Rassen vorzunehmen, wäre ein weiterer Schritt, den es umzusetzen gilt. Es wurden Überlegungen angestellt, um ähnlich wie das bereits für Widerunner gilt, auch eine Regelung für Innenläufer anzuwenden. Für die Umsetzung werden längere Diskussionen notwendig sein.

Neue Vereine sind hinzugekommen: Die Windhonden-Renvereniging Rotterdam (NL), wo Familie Poot über enorme Erfahrungen in Bearbeitung von Sandbahnen und Organisation von Großveranstaltungen verfügt, ist für uns eine Bereicherung. 2009 nahm der Windhundrennverein Kleindöttingen (CH) als weiterer Verein mit seiner neuen Sandbahn an der Champions-League teil. Auch hier war der Austausch von Informationen für den Umbau einer Bahn sehr hilfreich. Auch 2010 sind wir für Überraschungen gut. Mit Eilenburg haben wir einen weiteren Verein hinzubekommen. Wir freuen uns, dass mit Stefan Arnold ein Kenner der Szene hinzukommt und unser Team verstärkt wird. Wir, die Rennvereine, versuchen immer wieder neue Erkenntnisse, die sich im Laufe einer Saison ergeben, miteinander auszutauschen und wenn möglich umzusetzen. Die vergangenen Jahre haben eindeutig gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Verletzungen bei Renneinsätzen unserer Hunde sind erheblich zurückgegangen. Wir werden weiter an sinnvollen Erneuerungen und Weiterentwicklungen unserer Methoden arbeiten. Wir sind ständig bemüht Ihr Vertrauen, das Sie uns mit Ihren Meldungen entgegenbringen, nicht zu enttäuschen und werden weiter daran arbeiten, dass unsere Hunde und wir alle, die diesen Sport ausüben, auch weiterhin Spaß an den Rennen haben. Das oberste Ziel aller Bemühungen: Verletzungsfreie und spannende Rennen durchzuführen.     P.Hartard

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