Wir müssen die Vereine stärken - Gedanken zum Windhundsport im neuen Jahr - von Helmut Senkbeil

Apr 11th, 2018 | By GK | Category: Aktuelles

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Ein neues Jahr hat begonnen und somit steht auch eine neue „Windhund-Saison“ vor der Tür. Wir alle warten mit unseren Hunden darauf, dass es endlich losgeht, dass wir ausstellen können, dass unsere Lieblinge rennen können. Jedoch, haben wir uns schon mal Gedanken gemacht, „warum“ unsere Hunde überhaupt an den Veranstaltungen teilnehmen können?! Haben wir mal darüber nachgedacht, wer uns die Möglichkeit bietet?! Für die meisten Windhundbesitzer ist es selbstverständlich, dass sie, wenn sie gemeldet haben, losfahren und eine saubere und gepflegte Anlage des Rennvereins XY vorfinden, um z.B. ihre Hunde auszustellen. Sie finden eine gepflegte, gut präparierte Rennbahn vor, um die Hunde rennen zu lassen. Sie fahren los, um an einer Veranstaltung des DWZRV teilzunehmen.

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So weit, so gut, doch ist diese Sicht zu einfach! Der DWZRV ist zwar der Veranstalter, d.h., er vergibt einmal im Jahr die Termine und das war es. Die Gelände und die Rennbahnen, auf denen die Veranstaltungen durchgeführt werden, gehören den Sportvereinen. Sie ermöglichen uns, dass wir unserem Hobby nachgehen können, sie ermöglichen den Hunden, dass sie ihren Urinstinkt, das Hetzen, ausleben können. Die Sportvereine sind es, die die Last und Arbeit für unser aller Hobby tragen, sie erstellen die Anlagen, bezahlen die Pacht, sorgen für unser leibliches Wohl und hegen und pflegen diese Anlagen!

Und der DWZRV? Der tut nichts für die Vereine, kassiert aber für jeden gemeldeten Hund einen festgelegten Betrag (ebenso der VDH). Er kümmert sich nicht darum, wie die Vereine das schaffen, weder finanziell noch arbeitstechnisch. Das allerdings tun viele der Teilnehmer auch nicht! Nun werden einige sagen: „Wir“ sind doch der DWZRV! Richtig, so sollte es auch sein, wären da nicht die vielen Mitglieder, denen alles egal ist, Hauptsache sie können ausstellen und ihr Hund kann rennen - und wären da nicht diejenigen, die sich diese „Gleichgültigkeit“ zu Nutze machen. Und genau da ist m.E. anzusetzen, um dem Windhundsport eine Chance zu geben, um neue Mitglieder zu gewinnen und um diesen tollen Sport mit den eleganten, schnellen Hunden auch einer breiteren Öffentlichkeit schmackhaft zu machen.

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Seit über einem Jahrhundert hat sich an der Struktur unseres Verbandes nichts geändert! Wir „hängen“ seit Jahren auf den +/- 3.000 Mitgliedern, tun aber so, als seien wir ein riesiges Wirtschaftsunternehmen. 3.000 Mitglieder - eigentlich ein kleiner Verein, wenn wir aber unseren Haushalt betrachten, wer und was da wie viel verschlingt und was da wofür ausgegeben wird, dann muss man einfach zu dem Schluss kommen, dass da etwas schief läuft! Entscheidungen werden an den Mitgliedern vorbei getroffen. Informationen fließen nur äußerst dürftig. Gelder werden nicht immer im Sinne der Mitglieder verwaltet. Ich habe vor vielen Jahren und seitdem immer wieder den Vorschlag gemacht, den Windhundsport in Deutschland - so wie jede andere Sportart - umzuorganisieren. D.h., neue Mitglieder treten in die Sportvereine ein, bezahlen dort ihren Beitrag und die Sportvereine geben einen Betrag an den Dachverband weiter. Durch die Mitgliedschaft im Rennverein ist man dann automatisch im Dachverband organisiert.

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Eine weitere Frage stellt sich: Brauchen wir bei der relativ geringen Mitgliederzahl die Landesgruppen und wozu brauchen wir die Landesgruppen überhaupt? Nicht einmal 10% der Landesgruppen-Mitglieder besucht die Versammlungen der Landesgruppen und aus diesen 10% werden die Delegierten für die JHV gewählt! Was heißt das für die Wahlen und die Entscheidungen der JHV? Ca. 10% der Mitglieder haben den Vorstand gewählt, ca. 10%  treffen alle Entscheidungen für unser Hobby, für die Zucht der Windhunde usw. Wenn irgendwann mal die Mitgliederzahl des Dachverbandes entsprechend hoch ist (was ich sehr bezweifele), kann man neu darüber nachdenken. Momentan sind sie nur ein Kostenfaktor und überflüssig! Die CACIB-Veranstaltungen z.B. können auch durch die entsprechenden Vereine organisiert und mitgetragen werden. „Delegierte“ aus den Landesgruppen für die JHV, die einen immensen Kostenfaktor darstellen, brauchen wir nicht, denn alle Mitglieder sollten stimmberechtigt sein! Damit wir unser Hobby wieder mit der gleichen Begeisterung und dem gleichen Spaß wie vor Jahren ausüben können, muss innerhalb des DWZRV einiges geändert, verbessert und der heutigen Zeit angepasst werden. Unsere JHV muss wieder stärkstes Element des DWZRV werden. Ich wiederhole mich hier gerne noch einmal: Auf einer JHV des DWZRV sollte JEDES anwesende Mitglied stimmberechtigt sein!

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Man kann die Negativliste nun immer weiterführen, Gründe dafür gäbe es genug, doch möchte ich die Arbeit unserer Sportvereine noch einmal lobend erwähnen und hervorheben! Ich möchte mich dafür bedanken, dass die wenigen Mitglieder der Sportvereine es ermöglichen, dass Wochenende für Wochenende immer wieder Menschen bereit sind, ihre Freizeit zu opfern, damit wir mit unseren Hunden unser doch so tolles Hobby ausüben können - dafür möchte ich ganz herzlich DANKE sagen! Aus meiner Sicht müssen die Vereine finanziell entlastet, unterstützt und gefördert werden, denn dort wird die Basisarbeit geleistet, die unseren Verband am Leben hält. Dort treffen sich die wahren Windhundfreunde und opfern ihre Freizeit im Sinne der Sache.

Nun werden einige sagen, der Senkbeil hat ewig was zu meckern. Diejenigen aber bitte ich, in sich zu gehen und mir die Fragen zu beantworten: Habt ihr mal überlegt, was uns alles versprochen wurde? . . . und habt ihr mal überlegt, was davon eingehalten wurde? Ich würde mich freuen, wenn einige von Ihnen in eine Diskussion über die angesprochenen und andere Themen, die Sie beschäftigen, einsteigen würden. Persönlich oder auch in „moderner“ Form im Internet. Leider ist im DWZRV-Forum eine freie und ehrliche Diskussion nicht möglich. Es gibt aber andere Plattformen, auf denen man entsprechend diskutieren kann.

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